Alex Rider 02. Gemini-Projekt: Alex Riders zweiter Fall


 
Sein Name ist Rider, Alex Rider
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(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Gemini-Projekt (Alex Rider, Band 2) (Taschenbuch) Alex Rider ist vierzehn und eigentlich ein ganz normaler Junge auf einer englischen Schule, wäre er nicht so oft krankheitsbedingt unterrichtsabwesend... krankheitsbedingt? Quatsch, Alex ist nebenbei ein Geheimagent, der in mittlerweile drei flott und actionreich erzählten Geschichten die Welt retten durfte. Dabei werden die Bücher niemals zur reinen Fantasy. Dafür, dass der britische MI6 die Weltrettung einem Jungen anvertraut, der lediglich einen Geheimagentencrashkurs absolviert hat, gibt es extrem unwahrscheinliche, aber eben nicht unmögliche Erklärungen (so wie auch James Bonds Abenteuer nicht gänzlich unmöglich sind wie bei einem Comicsuperhelden). Diesmal muss er in ein französisches Elite-Internat eingeschleust werden, bzw. in eines, das erst noch eine Elite ausbilden soll und sich "schwieriger" Jugendlicher stinkreicher Eltern annimmt. Was er dort erlebt, wird ihm und uns den Atem verschlagen und bietet Jugendlichen einen ganz interessanten Hintergrund der südafrikanischen Vergangenheit und der technischen Möglichkeiten des Klonens, auch wenn alles recht einfach gehalten und ohne Vorkenntnisse zu verstehen ist.

Man könnte an diesem Buch einiges kritisieren: Die Figuren sind durch die Bank sehr schwarzweißgemalt, das eine oder andere ist vorhersehbar und zwei der drei weiblichen Gestalten sind ein im Nirwana verschwindender versnobter Teenager und ein brutales Mannweib - ein echtes Jungsbuch sozusagen. Das Neudeutsch der Übersetzung ("wegen denen" statt "derentwegen") hebt auch nicht immer die Lesefreude. Aber besonders störend ist es auch wieder nicht. "Das Gemini-Projekt" ist allemal gute Unterhaltung, auf die ich auf Empfehlung meines zwölfjährigen Sohnes stieß. Sowas macht doch Spaß und lässt Jungen träumen - ein Schüler, der es den großen Bösen der Welt zeigt, und ganz nebenbei noch kleinen Dealern und arroganten Snobs der sogenannten Oberschicht, deren Mobbing"scherze" zwar extrem sind, aber in denen viele Leser den einen oder anderen Stinkstiefel wiedererkennen werden. Auch die Plot-Idee, dass die reichen Eltern gewisse Weichspülungen und Veränderungen an ihren Kindern kaum bemerken werden, weil sie kaum Zeit für sie haben und ihre Sprösslinge letztlich genau so WOLLEN, zeigt, dass der Autor ganz auf der Seite der Kinder ist, denen er ein Stück Wildheit und auf jeden Fall Individualität von Herzen gönnt.

Vielleicht ist die Einfachheit des Buches doch nicht ganz so sehr auf die leichte Schulter zu nehmen. Gegen Ende habe ich es angesichts einer gewissen Überraschungsarmut so schnell gelesen, dass ich dann doch auf einen im Nachhinein recht simplen Überraschungseffekt hereinfiel und eine unerwartet spannende Coda genießen konnte. Ähnlich wie bei einem Bond der Unterbösewicht noch einmal auftaucht, wenn der Oberbösewicht schon tot ist: DASS das passiert, kann man sich denken, aber WIE, darauf kam ich nicht. War das Masche? Egal, vier Sterne sind für ein Buch drin, das ja gar nicht viel mehr als lockere Unterhaltung sein WILL - oder am Ende doch? Einen besonderen Akzent gibt es, der auf einer anderen als der Actionebene zur Identifikation jugendlicher Leser mit dem Helden einlädt: Während viele Jungen träumen, ein Geheimagent zu sein, träumte Alex davon, ein Junge zu sein. Unwillkürlich musste ich an Tarantinos "Kill Bill" denken, in dem Bill darüber räsoniert, dass Superman sich dadurch von anderen Comichelden abzeichnet, dass er Superman IST und Clark Kent SEIN WILL. So wie "die Braut" Kämpferin ist und einfach nur Mutter sein will. Was "Kill Bill" und ansatzweise auch "Das Gemini-Project" einen Hauch von sehnsüchtiger Tragik verleiht. Der Schlusssatz des Buches ist in dieser Hinsicht äußerst klug gewählt und drückt aus, wohin Alex eigentlich gehört. Dazu passt auch, dass die Methoden des MI6, Alex immer wieder zur Mitarbeit zu "überreden", nicht eben immer zimperlich und zustimmungswürdig sind (so wie er "aus taktischen Gründen" auch einmal auf ein Hilferufsignal hin allzu lange in höchster Gefahr alleine gelassen wird).

Aber das war's auch schon mit hochfliegenden Ansätzen, es sei nicht übertrieben. "Das Gemini-Projekt" ist ein Unterhaltungsbuch, m.E. ab zwölf Jahren zu empfehlen. Und ob nun "Jungsbuch" oder nicht, das sollen die Mädchen und Jungen ab ca. 12 selbst entscheiden.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. September 2011
Kundenrezensionen:
3. Einfach supertolles Buch!!!!!!!!!!!
2. Alex zum zweiten
1. Sein Name ist Rider, Alex Rider (die aktuell angezeigte Rezension)
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