Ein paar gute Momente machen noch keinen guten Score
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(REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: The Great Raid (Audio CD) Was hat John Dahl sich denn da gedacht. Nach dem fiesen, kleinen Thriller „Joy Ride" (mit einem gelungenen Score von Marco Beltrami) schlägt er nun patriotische Töne an und verfilmt eine WWII Rettungsaktion auf den Philippinen, die für die USA zwar als Fehlschlag angesehen wird aber im Nachhinein doch als patriotischer Akt des Heldenmuts interpretiert werden kann. Entsprechend braucht man da auch einen Score-Komponisten, der sich mit Heldenscores auskennt. Und wer dabei kein Geld für John Williams hat greift halt auf Trevor Rabin zurück, der für Bruckheimer auch schon schön patriotisch tönen durfte. Dabei ist jedoch ein allenfalls mäßiger Score herausgekommen, der eigentlich vieles von dem vermissen lässt, was man bei der Thematik erwartet.
Zunächst: Das Hauptthema ist eigentlich typisch Trevor Rabin. Wer die Hauptthemen von „Armageddon" oder „The 6th Day" kennt weiß auch, was er hier bekommt, obwohl man diesmal fast sagen muss, dass das Thema kompositionstechnisch auch gut von James Horner hätte stammen können. So bietet dieses Thema zwar schöne Harmonien, die im Verbund mit den typischen Military Snares doch auch recht patriotisch klingen; sonderlich kreativ und neu ist das Ganze z.B. im Vergleich zu Rabins grandiosem „American Outlaws" Thema aber bei weitem nicht. Dafür trägt dieses Motiv gleich den 9-minütigen Opener und kehrt dann in Track 2, 8 (The Great Raid) und 13 nochmals wieder.
Des weiteren: Temporeiche Tracks werden in diesem Score auch weniger geboten. Lediglich Track 4 (Raid Begins) bietet anhörliche Actionkost und Track 6 (Rangers Start) bietet mit einer Kombination aus Synthie-Elementen, Drums/Percussion-Samples und Einwürfen ethnischer Instrumente Spannung und Atmosphäre.
Und wo wir gerade bei ethnischen Elementen sind: Dafür, dass sich die Handlung des Filmes zu einem großen Teil um ein japanisches Kriegsgefangenenlager auf den Philippinen dreht sucht man ethnische Elemente im Score über weite Strecken vergebens und wenn sie denn mal auftauchen, sind sie recht spärlich gestreut. Das unterstreicht wohl den Amerika-zentrischen Charakter des Film, in dem der Feind mal wieder der einzig Böse ist.
Was jedoch positiv in diesem Score auffällt sind Rabins Experimente mit Duetten und Quartetten. So findet der geneigte Hörer am Ende von Track 3 (Execute) ein sehr stimmiges Streicherduett und am Anfang von Track 7 (Campsite) ein ruhiges Holzbläserduett bzw. -quartett, das einen sehr interessanten Kontrapunkt zum relativ lauen Rest des Scores bietet.
Ergo: Trevor Rabin hat sich hier wie wohl auch John Dahl nicht mit Ruhm bekleckert. Nach mehrmaligem Hören ist bei mir immer noch nicht viel mehr als eine laue Erinnerung an das Hauptthema und der Eindruck der bereits erwähnten Duette/Quartette hängen geblieben. So bietet der gut 48-minütige Score ein relatives Einerlei aus Schon-mal-gehörten und Nicht-unbedingt-eindrucksvollem das an manchen Stellen durch durchaus interessante und hörenswerte Kompositionsideen unterbrochen wird. Im Grunde kann man sagen, wenn man die Tracks 4 (Raid Begins) und 6-8 (Rangers Start, Campsite und The Great Raid) gehört hat kennt man den Score, denn viel mehr hat er nicht zu bieten. Schade drum.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 20. August 2005
Kundenrezensionen:
3. Man muß hören um zu verstehen, manchmal auch umso mehr...
2. Ein paar gute Momente machen noch keinen guten Score (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Sehr guter SCORE
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